Für James P. Shinehouse, Abwickler der früheren Meinl-Unternehmen Power (PI) und Airports International (AI), war der Donnerstag hektisch. Zuerst hatte er die Hauptversammlung (HV) der PI, dann folgte eine kurze Pause und danach ging es mit der HV der AI weiter.
Der Andrang der Zertifikatinhaber im Wiener Hotel Hilton war überschaubar. Während beim schillernden Börsegang der beiden Jersey-Unternehmen etwa drei Viertel der Zertifikateinhaber Kleinanleger waren und nur etwa ein Viertel institutionelle Investoren, hat sich dieses Verhältnis nun umgedreht. Viele Kleinanleger verkauften, die Käufer waren meist Fonds.
Tief greifender Streit
2008 hatte eine Gruppe von Zertifikateinhabern ("Meinl-Rebellen") gegen das von Meinl dominierte Board geputscht und ein eigenes Management eingesetzt. Die Auseinandersetzung war emotional, tief greifend und schlagzeilenträchtig.
Folglich wurde (informell) die Liquidierung der Gesellschaften beschlossen, am Donnerstag wurde dies formell in den HV abgesegnet. Abwickler Shinehouse, der neben anderen Projekten AI und PI betreut, schätzt, dass "hoffentlich in einem Jahr" die Liquidation von AI und PI beendet ist. "Eine Glaskugel habe ich aber auch nicht. Wir haben bei PI noch eine Klage laufen, diese betrifft Put-Optionen auf Aktien" eines ungarischen Kraftwerks. Dieser Rechtsstreit in der Causa "Karpat Energo" soll durch ein Schiedsgericht in Ungarn beigelegt werden. Was dabei herauskommt (zwischen null und 15,6 Millionen €), ist auch maßgeblich dafür verantwortlich, wie viel die PI-Zertifikateinhaber noch bekommen werden. Shinehouse nennt hier eine Bandbreite von "sieben bis 38 Cent" je Zertifikat. "Es ist mit einer Rückführung von insgesamt 7,87 bis 8,18 € je Zertifikat zu rechnen", wurde den PI-Anteilseignern berichtet. Sowohl AI-als auch PI-Gesellschafter hatten seit 2009 bereits Rückzahlungen ihrer Einlagen erhalten (PI: 7,80 €, AI: 5,17 €). Der Ausgabepreis betrug 2007 zehn €.
Bei AI können die Gesellschafter mit einer abschließenden Zahlung von 0,08 bis 0,12 € rechnen, zehn Cent je Zertifikat gibt es bereits zuvor. Insgesamt werden daher die Zertifikateinhaber 5,35 bis 5,39 € je Wertpapier (ohne eigene Zertifikate) erhalten. Bei beiden Unternehmen haben drei frühere Bord-Mitglieder die Gesellschaften wegen Honorare geklagt. Insgesamt fordern die drei 2,86 Millionen €.
Zoff mit Ex-Managern
AI und PI halten ihnen Gegenforderungen von insgesamt 2,9 Millionen € entgegen. Darunter sind 1,2 Millionen € Kosten für aus Sicht der AI unangebrachten Personenschutz für einen Vorstand aus Zeiten der "Rebellion". Aus gegen die Meinl-Bank verlorenen Verfahren entstanden AI und PI Aufwendungen von 1,3 Millionen €. |